Haben Sie 15 Minuten pro Tag übrig, um länger und gesünder zu leben?

 

Ich finde, das klingt nach einem gut investierten und machbaren Zeitfenster. Denn am Sprichwort: „Von nichts kommt nichts!“ ist schon was dran. Ich muss immer lachen, wenn ich von Methoden lese, bei denen wir angeblich mühelos und ohne gesünder zu essen oder uns zu bewegen fit und schlank werden. Jemand hat mal zu mir gesagt: Immer wenn Dinge ZU GUT klingen, um wahr zu sein, dann ist was faul – egal ob es um den Traumpartner, zu billige Wohnungen oder in Windeseile ohne etwas zu verändern abzunehmen geht. Und das stimmt. Deshalb verspreche ich so etwas nie und prüfe auch alle Methoden. Wenn wir beispielsweise drei Mal am Tag Pommes essen und Cola dazu trinken, können wir sporteln so viel wir wollen: Es wird nichts bringen. Alles muss in Relation zueinander stehen.
Wir müssen aber auch anfangen, Veränderungen andersherum zu sehen. Anstatt zu denken: Oh nein, jetzt muss ich wieder Sport machen, macht es viel mehr Sinn zu sehen, wie sich unser Körper darüber freut und uns länger erhalten bleibt. Das dauert eine Weile, aber dann macht es Spaß. Und nur wenn es Spaß macht, halten wir Dinge auf Dauer durch.
Aber wie gesagt muss alles natürlich auch im Alltag umsetzbar sein, deshalb müssen wir uns realistische Ziele setzen. Die zahlreichen Kartei-Leichen der Fitnesstudios sind der Beweis dafür, dass viele dies nicht tun. Was wir aber schaffen können, sind sogenannte Sport-Quickies – leicht und schnell umzusetzen halten sie unsere Gefäße gesund. Auch hier zeigen Untersuchungen, das Menschen, die täglich einen Sport-Quickie in ihren Alltag integrieren, ein deutlich geringeres Diabetes-, Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko haben.


Und dafür müssen wir nicht ins Fitnessstudios. Ich beziehe das einfach in den Tagesablauf ein: Wenn ich aufräume, den Geschirrspüler ausleere, staubsauge oder die Betten neue beziehe, mache ich das beispielsweise mit gebeugten Knien, so dass ich die Anstrengung durch den höheren Puls richtig bemerke. Und: Den Partner zu für eine Runde sogenannte „Sexercise“ zu schnappen, zählt übrigens auch dazu. Schauen Sie zusätzlich auch immer, welche Hindernisse sich z.B. auf Ihrem Arbeitsweg befinden: Als ich noch festangestellt in einem großen Verlag war, befand sich die Gesundheitsredaktion im dritten Stock. Alle sind zu den Fahrstühlen gegangen, nur die Medizinredakteure haben die Treppen genommen. Jeden Mittag bin ich diese fünfzehn Minuten rauf- und runtergelaufen. Oder wir laden uns eine App runter (z.B. Tabatha Pro) und machen jeweils 4,5 Minuten folgende drei Übungen: 1. Squats 2. Liegestütz 3. Sit ups.
Extratipp: Immer wieder werde ich gefragt: „Aber wenn ich zwischendurch im Büro einen Sport-Quickie von 15 Minuten mache, dann schwitze ich doch und muss erst mal duschen – was sollen die Kollegen denken.“ Nein! Frischer Schweiß riecht nicht – erst wenn sich die Bakterien vermehrt haben entsteht Geruch und wir sollten unters Wasser hüpfen. Und da sind wir schon längst zu Hause beim Feierabend-Bier!

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